

Nierenzellkarzinom
Häufigster bösartiger Tumor der Niere
Das Nierenzellkarzinom ist eine Krankheit, bei der sich Krebszellen in bestimmten Geweben der Niere entwickeln. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken in Deutschland jährlich etwa 6.500 Frauen und 10.750 Männer an Nierenkrebs. Dabei handelt es sich im Erwachsenenalter zu 85 % um Nierenzellkarzinome.[1]
Die Ursachen für die Entstehung des Nierenzellkarzinoms sind bisher nicht eindeutig geklärt. Als Risikofaktoren gelten aber unter anderem Übergewicht, Rauchen oder der Kontakt mit Nieren schädigenden Stoffen wie Cadmium, Blei, Asbest oder Teer. Chronische Nierenfunktionsschäden (Niereninsuffizienz) können die Krebsbildung ebenfalls begünstigen.
Symptome, Diagnose und Therapie
Nierenzellkarzinome verursachen im Frühstadium selten Beschwerden. Mögliche Hinweise sind z. B. rotbraune Verfärbung des Urins durch Blut, Seiten- und Rückenschmerzen sowie Blutarmut (Anämie), Abgeschlagenheit oder hoher Blutdruck. Diese Symptome können aber auch harmlose Ursachen haben.[2]
Die Diagnose wird meist vom Urologen gestellt, der – neben der körperlichen Untersuchung sowie Urin- und Bluttests – auch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, Computer- oder Magnetresonanztomografie einsetzt.
Die Therapie eines Nierenzellkarzinoms besteht in der Regel aus:
• Operativer Entfernung der gesamten Niere (Nephrektomie) oder der Krebsgeschwulst, wobei die Niere erhalten bleibt
• Gabe von Medikamenten, z. B. der Immuntherapie oder der zielgerichteten Therapien (targeted therapies) in fortgeschrittenem Stadium der Krankheit
Zielgerichtete Therapie durch mTOR-Inhibition
mTOR ist ein Schlüsselenzym des menschlichen Organismus, das wichtig für die Versorgung und Entwicklung der gesunden Zelle ist. Bei bestimmten Krebserkrankungen wie dem Nierenzellkarzinom kann die Aktivität von mTOR krankhaft erhöht sein. Dies führt dann dazu, dass die betroffenen Zellen unkontrolliert wachsen und sich vermehren können.
Ein innovativer Ansatz zur Behandlung des Nierenzellkarzinoms beruht auf der Entwicklung von Arzneimitteln, welche zielgerichtet mTOR in Körperzellen hemmen und somit der krankhaft erhöhten Aktivität entgegen wirken. mTOR-Hemmung (mTOR-Inhibition) unterdrückt dadurch Wachstum, Vermehrung und Stoffwechsel der Krebszellen. Außerdem wird die Ausbildung neuer Blutgefäße zum Tumor hin (Angiogenese) und damit dessen Nährstoff- und Sauerstoffversorgung blockiert.
mTOR-Hemmer (mTOR-Inhibitoren) werden derzeit in klinischen Studien als vielversprechender Wirkstoff zur Therapie des Nierenzellkarzinoms und anderer Krebsformen wie neuroendokrine Tumoren, Brustkrebs (Mammakarzinom), Lymphome oder kolorektale Karzinome entwickelt.
[1] Krebs in Deutschland 2003 – 2004. Häufigkeiten und Trends. 6. überarbeitete Auflage. Robert-Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. (Hrsg). Berlin 2008.
[2] Universitätsklinikum Ulm.
