

Glossar
Hier finden Sie Erklärungen zu den wichtigsten Fachbegriffen aus den Therapiegebieten.
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Körperteile, die am weitesten vom Rumpf entfernt sind wie Hände, Finger, Zehen, Nase, Kinn
Anämie (Blutarmut) bedeutet die Verminderung des roten Blutfarb- stoffs (Hämoglobin) oder des Anteils der roten Blutkörperchen (Hämatokrit) im Blut unter den unteren Normalwert. Sie verursacht vor allem eine Störung des Sauerstoff-Transports zu den Geweben und damit eine Verminderung der sauerstoffabhängigen Leistungen
Antibiotika, die in der Chemotherapie als Zytostatika gegen verschiedene Krebsarten eingesetzt werden
Medikamente, die Übelkeit und Brechreiz unterdrücken
Ein Enzym, welches nach den Wechseljahren Androgene in Östrogene umwandelt. Aromatasehemmer blockieren das Enzym.
Substanzen, die das Enzym Aromatase blockieren, welches für die Bildung von Östrogenen aus Androgenen in Muskeln und Fettgewe- be verantwortlich ist.
Als bildgebende Verfahren bezeichnet man die Gesamtheit der technischen Verfahren, mit denen beispielsweise medizinische Befunde auf einem Bildschirm dargestellt werden. Bildgebende Verfahren werden heute in nahezu allen naturwissenschaftlichen Disziplinen eingesetzt und werden in diversen Fachgebieten der Medizin zur Darstellung und Diagnose pathologischer Gewebever- änderungen verwendet (Radiologie).
Substanzen, die vor Abbau des Knochens durch Knochenmetas- tasen schützen
Die Chelatbildner sind chemische Verbindungen, die sich wie zwei Zangen (Chelat = griechisch für Kralle oder Krebsschere) um das Eisen im Blut legen und so einen festen Verbund bilden. Das überschüssige Eisen ist in dieser Verbindung im Körper nicht mehr reaktionsfähig und wird ausgeschieden.
Chronisch myeloische Leukämie (CML)
CML ist eine chronisch verlaufende Form der Leukämie. Bestimmte Knochenmarkszellen, die monoklonalen Stammzellen, entarten und vermehren sich unkontrolliert.
Die Computertomografie (CT) ist ein bildgebendes Verfahren, das in der medizinischen Diagnostik eingesetzt wird, um Gewebe- und Organstrukturen im Körper darzustellen. Bei einer CT werden viele Röntgenbilder des untersuchten Organs aus den unterschiedlichsten Richtungen erstellt, die im Computer zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt werden. Dadurch können Weichteilgewebe genauer abgebildet und viele krankhafte Veränderungen, z. B. Tumoren, besser räumlich zugeordnet werden als bei einer herkömmlichen Röntgenuntersuchung.
Die Therapie, die nach der Diagnosestellung in der Regel als erstes zur Bekämpfung des Tumors angewandt wird.
Endokrine Drüsen geben ihre produzierten Stoffe direkt ins Blut, in die Lymphe oder ins Gewebe ab. Hormone werden immer endokrin abgegeben (endokrin = nach innen abgebend).
Im Gegensatz dazu geben exokrine Drüsen ihre Stoffe über einen Ausführungsgang an eine Oberfläche ab, z. B. Schweißdrüsen an die Hautoberfläche.
Freie Radikale sind kurzlebige, aggressive, sauerstoffhaltige Verbindungen. Sie haben ein freies Elektron und sind daher sehr reaktionsfreudig. Sie entreißen anderen Verbindungen ein Elektron oder geben eines ab, wodurch Kettenreaktionen ausgelöst werden und neue Radikale entstehen. Bestimmte Vorgänge in den Zellen können dadurch gestört und Substanzen, Zellmembranen und die Zellkerne geschädigt werden.
Dies kann die Entstehung von Tumoren, Herz-Kreislauf-Erkran- kungen, rheumatischen Erkrankungen, Augenerkrankungen etc. fördern. Auch auf den Alterungsprozess im Gehirn haben die freien Radikale Einfluss.
Gastro-Entero-Pankreatische Tumoren entwickeln sich aus Zellen, die überall im Verdauungssystem vorkommen und die Aufgabe haben, bestimmte Stoffe zu produzieren, die den Verdauungspro- zess steuern. Man unterscheidet zwischen aktiven und inaktiven GEP-Tumoren. Die aktiven, hormonproduzierenden Tumoren können unterschiedliche Beschwerden verursachen. Die inaktiven Tumoren verursachen in ihrer Mehrheit kaum Beschwerden.
Eisenhaltiger roter Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen. Hämoglobin dient dem Transport, der Bindung und der Abgabe des Sauerstoffs im Körper.
Die mikroskopische Betrachtung eines hauchfeinen und speziell angefertigten Gewebeschnittes erlaubt die Beurteilung, ob eine gutartige oder bösartige Gewebswucherung (Tumor) vorliegt. Der histologische Befund ist das Ergebnis dieser Gewebeproben-Untersuchung.
Hormon ist ein körpereigener Botenstoff. Hormone werden meist in Hormondrüsen gebildet und über den Blutkreislauf transportiert. Sie gelangen zum Zielorgan oder mehreren Zielorganen und lösen dort bestimmte Reaktionen aus. Beispielsweise wird das Stress- hormon Adrenalin in den Nebennieren produziert, gelangt über das Blut zum Zielorgan Herz und wirkt dort Herzschlag-beschleunigend, am Zielorgan Auge erweitert es die Pupille.
Als Hyperkalzämie wird ein erhöhter Kalzium-Spiegel im Blut bezeichnet. Störungen des Blutkalziumspiegels beruhen häufig auf Störungen des Knochenstoffwechsels. Tumoren können durch Metastasierung oder Produktion hormonähnlicher Botenstoffe einen vermehrten Knochenabbau und damit eine vermehrte Kalziumfrei- setzung bewirken.
Hirnanhangsdrüse, die ein übergeordnetes Zentrum für die Hormonproduktion im Körper darstellt.
Insulinproduzierender Tumor der Bauchspeicheldrüse. Insulin ist ein Hormon, das den Blutzucker senkt.
Immuntherapien sind Formen der Behandlung, bei denen das Immunsystem beeinflusst wird (Immunmodulation). Dabei können – je nach Krankheit – verschiedene Verfahren eingesetzt werden. Bei der Immunsuppression wird das Körperabwehrsystem medikamentös gedämpft, z. B. um eine Abstoßung transplantierter Organe zu verhindern. Bei der Immunstimulation wird das Immunsystem angeregt, beispielsweise um körpereigene Abwehrzellen gegen Krebszellen zu aktivieren.
Krankheitsbild, das durch krankhaft vermehrte Ausschüttung des Botenstoffs Serotonin und ähnlichen Substanzen entsteht. Das Syndrom ist meist durch ein Karzinoid bedingt, kann aber auch bei anderen hormonproduzierenden Tumoren auftreten.
Unter dem Begriff „kolorektales Karzinom“ werden Krebserkrankungen des Dickdarms, also des Grimmdarms (Kolon) und Mastdarms (Rektum) zusammengefasst. Kolorektale Karzinome sind häufig lange symptomlos. Erst wenn der Tumor stark blutet oder wenn das Darmlumen deutlich eingeengt ist, treten Krankheitszeichen wie Blut oder Schleim im Stuhl, Darmkrämpfe, Durchfälle und Verstopfungen auf. Darmkrebs ist bei Männern und Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung.
Lymphom ist ein Sammelbegriff für Schwellungen bzw. Tumoren des Lymphgewebes, die gut- oder bösartig sein können. Bei den bösartigen Lymphomen unterscheidet man anhand der beteiligten Zelltypen zwischen Hodgkin-Lymphom und der Gruppe der Non-Hodgkin-Lymphome. Gutartige Vergrößerungen der Lymphknoten entstehen z. B. bei Infektionskrankheiten durch Entzündung.
Magnetresonanztomographie (MRT)
Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein bildgebendes Verfahren, das vor allem in der medizinischen Diagnostik zur Darstellung von Struktur und Funktion der Gewebe und Organe im Körper einge- setzt wird. Mit der MRT kann man Schnittbilder des menschlichen Körpers erzeugen, die eine Beurteilung der Organe und vieler krankhafter Organveränderungen erlauben.
Ein Multiples Myelom ist eine Krebserkrankung des Knochenmarks. Sie ist gekennzeichnet durch die bösartige Vermehrung von Plasmazellen (Myelomzellen) – einer Untergruppe der weißen Blutkörperchen. Die unkontrollierte Vermehrung der Myelomzellen im Knochenmark stört die natürliche Blutbildung und führt daher häufig zu einer Blutarmut. Weitere Folgen der Erkrankung sind u.a. die Zerstörung der Knochensubstanz und eine Störung der Nierenfunktion.
Myelomzellen sind entartete Plasmazellen – eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen. Sie produzieren in großen Mengen Antikörper oder Antikörper-Bruchstücke, die jedoch für funktionslos und somit für die Immunabwehr untauglich sind.
mTOR ist ein Schlüsselenzym des menschlichen Organismus, das eine wichtige Rolle bei Wachstum, Versorgung und Entwicklung der gesunden Zellen spielt. Die Aktivität von mTOR kann aber auch krankhaft erhöht sein, was dann unter Umständen dazu führt, dass bösartige Tumoren entstehen und sich ausbreiten.
NET können prinzipiell überall dort entstehen, wo hormonprodu- zierendes, nervenähnliches Gewebe im Körper vorhanden ist. Die meisten NET werden im Magen-Darm-Bereich gefunden, z. B. im Dünndarm, aber auch in der Thymus-Drüse, der Lunge, den Eierstöcken, den Nieren und in der Haut können diese langsam wachsenden Tumoren entstehen.
Neuroendokrin bedeutet „das neuroendokrine System betreffend", also die Wechselwirkung zwischen Nerven- und Hormonsystem.
Als Niereninsuffizienz oder Nierenversagen bezeichnet man den Funktionsverlust der Niere. Dieser kann akut einsetzen, z. B. infolge schwerer Infektionen oder bei starkem Blutverlust nach einem Unfall („Schockniere“). Die Nieren können aber auch langsam fortschreitend ihre Funktion einbüßen, beispielsweise aufgrund von Diabetes oder Bluthochdruck. Die Folge ist ein Anstieg der Substanzen im Blut, die sonst über den Urin ausgeschieden werden, bis hin zur Harnvergiftung. Typische Krankheitszeichen sind unter anderem Müdigkeit, Übelkeit, Herzrhythmusstörungen und Atembeschwerden durch Wassereinlagerung in der Lunge. Auch Gelbfärbung und Jucken der Haut durch die eingelagerten Harngifte sind charakteristisch für chronisches Nierenversagen.
Knochenzellen, die die Aufgabe haben, das Knochengewebe abzubauen.
von griech. pathos = Leiden; krankhaft
Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) in Kombination mit einer Computertomografie (CT) ist ein bildgebendes Verfahren der Nuklearmedizin. Dem Patienten wird eine schwach radioaktiv markierte Substanz verabreicht, die sich nach einem bestimmten Muster im Körper verteilt. Das PET-CT macht die Substanz und dessen Verteilung sichtbar und ermöglicht dadurch Aussagen z. B. über Funktionen von Organen oder Tumoren im Körper.
Ein verändertes (verkürztes) Chromosom, das bei manchen Blut- krebserkrankungen des Menschen auftritt. Es war die erste identifizierte Chromosomenveränderung, die mit der Entstehung von Krebs in Verbindung gebracht werden konnte. Bei mehr als 95 % der Patienten mit einer chronischen myeloischen Leukämie (CML) ist das Philadelphia-Chromosom nachweisbar, es kann jedoch auch bei anderen Leukämieformen wie der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) beteiligt sein.
Zellen des Immunsystems. Sie dienen der Produktion und Ausschüttung von Antikörpern, die gegen Krankheitserreger wie Bakterien gerichtet sind. Plasmazellen stellen eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen dar.
Polymerasekettenreaktion (PCR)
Die PCR ist eine labortechnische Methode, um kleinste Mengen an Erbsubstanz DNA in einer Probe zu vervielfältigen. Dies ist notwendig, um weitere Untersuchungen an der DNA durchführen zu können.
Eisenspeicher-Protein, das sowohl in den Organen als auch im Blut vorkommt. Normale Ferritin-Werte im Blutserum liegen unterhalb von ca. 300 ng/ml. Werte über 1.000 ng/ml weisen auf eine Eisenüberladung hin.
Sichelzellanämie ist eine erbliche Erkrankung der roten Blutkörperchen. Die Betroffenen bilden einen abnormen roten Blutfarbstoff (Hämoglobin), wodurch sich ihre roten Blutzellen insbesondere bei Sauerstoffarmut sichelförmig verformen. Die veränderten roten Blutkörperchen werden vor allem in der Milz als krank erkannt und abgebaut. Der Verlust roter Blutkörperchen (Anämie) und auftretende Durchblutungsstörungen führen zu starken Schmerzen und verschiedenen Organveränderungen sowie Organschäden. Milzschwellung, Lungenentzündung, Herz- und Nierenversagen können die Folge sein.
Ein Schlüsselenzym ist ein Enzym mit einer besonders wichtigen Funktion (Schlüsselfunktion) im Stoffwechsel.
Als Thalassämien (Mittelmeeranämie) werden Erkrankungen der roten Blutkörperchen bezeichnet, bei denen durch einen Gendefekt das Hämoglobin nicht ausreichend gebildet bzw. gesteigert abgebaut wird.
Enzyme beispielsweise Eiweiße, die als Schaltstellen in den Zellen dienen und wichtige Funktionen im Körpers übernehmen. Eine Aufgabe besteht z. B. darin, Signale von außerhalb der Zelle aufzunehmen und in den Zellkern weiterzuleiten. Aus dieser Signalübermittlung leiten sich weitere Prozesse wie z. B. die Zellteilung oder der Zelltod ab. Wenn diese Prozesse außer Kontrolle geraten, kann das Entstehen von Krankheiten wie Krebs oder Leukämie begünstigt werden.
Medikamente, die bestimmte Tyrosinkinasen blockieren und damit den Stoffwechsel einer Krebszelle lahmlegen.
Als Ultraschall wird Schall mit Frequenzen bezeichnet, die oberhalb des vom Menschen wahrgenommenen Bereiches liegen. In der Medizin wird Ultraschall für ein bildgebendes Untersuchungsverfahren (Ultraschalluntersuchung oder Sonografie) genutzt, um Organe oder Organteile darzustellen. Dazu sendet ein sogenannter Schallkopf Ultraschallwellen aus, die in den Gewebeschichten unterschiedlich stark reflektiert bzw. gestreut werden. Die reflektierten Schallwellen werden vom Schallkopf wieder aufgefangen und im Ultraschallgerät zu einem Bild verarbeitet. Dieses Verfahren ist schmerzlos und ohne Strahlenbelastung.
Botenstoff (Hormon), der in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gebildet wird. Wachstumshormone spielen lebenslang eine wichtige Rolle für Wachstum, Entwicklung, Stoffwechsel und Fortpflanzung des Menschen. Bei Erwachsenen wirkt das Hormon muskelbildend sowie stärkend auf Bindegewebe und Sehnen. Bei einem Mangel an Wachstumshormon wird das Muskelprotein verstärkt abgebaut und das Fettgewebe nimmt zu. Ferner kann die Knochendichte abnehmen und das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, erhöht sich.
Zeigt die Behandlung mit der Erstlinientherapie nicht die gewün- schte Besserung oder verliert sie ihre Wirkung (Resistenzent- wicklung), wird eine sogenannte Zweitlinientherapie eingeleitet.
Zytostatika sind natürliche oder synthetische Substanzen, die das Zellwachstum bzw. die Zellteilung hemmen. Sie werden vor allem zur Behandlung von Krebs (Chemotherapie), teilweise auch bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen eingesetzt.
Im Bereich der Krebsheilkunde sind zielgerichtete Therapien („targeted therapies“) Formen der Behandlung, die zielgerichtet in gestörte Regulationsvorgänge bösartiger Tumorzellen eingreifen. Ein Beispiel hierfür ist RAD001 – ein neuartiger Hemmstoff des Schlüsselenzyms mTOR, der an zentraler Stelle Wachstum und Entwicklung von Tumoren hemmt.